Vor zwei Jahren hat das ganze angefangen. Da wollte ich ein bisschen abnehmen. Das hat dann auch ganz gut geklappt, aber irgendwann habe ich dann gar nichts mehr essen können. Sobald ich auch nur einen Bissen gegessen habe, dann konnte ich nicht mehr aufhören. Und dann hab ich alles durcheinander gegessen, solange, bis ich gar nicht mehr konnte. Da war mir dann alles egal, das war wie ferngesteuert. Und dann kommen die Gedanken. Das Gefühl, versagt zu haben, immer dicker zu werden, es wieder einmal nicht geschafft zu haben. Da ist nur noch Verzweiflung und kein Ausweg. Bis ich mir das erste Mal den Finger in den Hals gesteckt habe und das ganze Essen wieder losgeworden bin. Erleichterung! Keiner hat etwas bemerkt. Das weiß keiner. Das war mein Geheimnis. Aber dann konnte ich nicht mehr aufhören. Das ist immer schlimmer geworden. Ich fühl mich dick und häßlich. Nichts interessiert mich. Ich kann mich einfach selber nicht mehr leiden. Und da ist keiner, mit dem ich reden kann. Ich hab einfach Angst, es jemandem zu erzählen. Ich will einfach nur wieder ganz normal essen können, wenn ich Hunger habe und aufhören, wenn ich satt bin. Und nicht mehr dauernd über Essen nachdenken müssen. Was soll ich denn jetzt tun? Und dann hab ich im Internet zufällig die Beratungsstelle gefunden. Aber ich weiß gar nicht, ob das bei mir so schlimm ist.